Pleiten, Pech & Pannen

Dezember 31, 2012

Zum Jahresende habe ich mir überlegt mal etwas anderes zu posten. Da ich ja sonst eher „perfekte“ und sehr saubere Bilder poste, wollte ich euch heute zwei Bilder zeigen, denen ich immer noch hinterher trauere.

Das erste Bild habe ich im Mai auf der abgelegen Kap York Halbinsel im Norden Australiens gemacht. Nachdem wir bereits 3 tage erfolgreich Goldschultersittiche fotografiert hatten, wollte ich am letzten Morgen noch mal aufs Gaze gehen. So versuchte ich einen Goldschultersittich beim Anflug aufs Nest zu fotografieren. Da die Sittche nur ein mal jeden morgen zum Nest kamen und nach der Landung sofort ins Nest kletterten, hatte ich nur eine Chance und konnte auch keine Testaufnahmen machen…

Nachdem ich gut 2 Stunden gewartet hatte, kamen die Sittiche endlich in einen nahe liegenden Baum geflogen. Nach einigen Minuten entschieden sie sich dann endlich zum Nest zu fliegend. Ich hatte meine Kamera fest eingestellt und etwas hinter das Nest fokussiert. Nachdem die Sittiche abhoben wartete ich kurz und dann feuerte ich. Als die Goldschultersittiche im Nest verschwunden waren, schaute ich mir sofort die Bilder an: unscharf….unscharf…unscharf…unscharf….SCHARF UND PERFEKTE POSE…….aber dann sah ich das Malheur….das Schwanz war nicht auf dem Bild…..

So bleibt wird dieses Bild für mich für immer für einen verpassten Moment stehen…und ich werde mich für immer fragen: „Wieso habe ich die Kamera nicht etwas anders eingestellt???“

Hier das unbearbeitete Original

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Das zweite Bild habe ich im Oktober aufgenommen. Ich war auf einer kleineren Wanderung, als ich plötzlich eine Gruppe Scharlachhonigfresser sah Es war meine erste Begegnung mit diesen Beeindruckenden Vögeln. Ich war etwas 3km von meinem Auto weg und entschied mich sofort zurückzurennen und mein ganzes Equipment zu holen. Nach gut 40 Minuten war ich wieder an Ort und Stelle und die Vögel waren immer noch da. Nach dem ich alles aufgebaut hatte, untersuchte ein Vogel auf tatsächlich sofort meinen Ast, jedoch schaute er NIE nach oben…Das ganze dauerte auch nur ca. 2 Sekunden und danach war der ganze Schwarm auf nimmer Wiedersehen verschwunden. Seitdem habe ich auch keinen dieser Vögel mehr sehen können….

Hier das unbearbeitete Original

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Den dritten Zwischenfall den ich gerne vergessen würde passierte letzte Woche, als ich Kapuzenregenpfeifer fotografieren war. Eine Welle traf meine Mark IV und machte sie komplett nass. Zuerst funktionierte sie noch, aber kurz danach gabs sie den Geist auf :(. Leider werde ich auch erst am 3. Januar erfahren, was mit der Kamera ist. Immerhin konnte ich gute Kapuzenregenpfeiferbilder machen…

Mit diesem Blogpost hoffe ich mit diesen schmerzhaften Momenten abschließen zu können und sie ins Jahr 2012 zu verbannen, sodass ich 2013 wieder voll durchstarten kann 🙂

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Wenn auf der Nordhalbkugel der Winter einzieht trudeln bei uns in Australien nach und nach die Limikolen ein, um hier zu überwintern, im australischen Sommer. Um Melbourne herum sind es riesige Schwärme bestehend aus zumeist Rotkehlstrandläufern (Calidris ruficollis) und Sichelstrandläufern (Calidris ferruginea), sowie Spitzschwanzstrandläufern (Calidris acuminata). Dazwischen tummeln sich aber auch viele andere Arten wie Pfuhl- und Uferschnepfen und Goldregenpfeifer.

Letzte Woche hatten wir in Melbourne endlich ein mal ein paar schöne Tage mit blauem Himmel und Temperaturen jenseits der 30°C. Viele Leute werden denken, dass dies nichts besonderes sei in Australien, jedoch dominieren in Melbourne oft Wind und Regen…

Dank des guten Wetters machte ich mich zu einem bekannten Limikolen-Spot auf und wurde nicht enttäuscht. Als ich dort ankam tummelten sich bereits tausende Limikolen auf den Wattflächen.

Nachfolgen einige meiner Bilder. Alle Bilder wurden aufgenommen mit:

1D Mark IV

600 L IS

2x TC III

ISO 800

F11

1/1250

Rotkehlstrandläufer (Calidris ruficollis) Red-necked Stints 

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Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea) Curlew Sandpipers 

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Spitzschwanzstrandläufer (Calidris acuminata) Sharp-tailed Sandpipers

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Um nicht nass zu werden, trage ich immer eine Wathose, wenn ich Limikolen im flachen Wasser oder im Schlamm liegen fotografiere. Leider gibt es für mein Stativ keinen adequaten Schutz, sodass man es nach jedem Schlamm- und Salzwassereinsatz gründlich säubern muss, da es sonst schnellsten kaputtgeht…. Anbei ein Bild wie das ganze das aussieht, bevor ich es wieder zusammenbaue und öle.

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