Papageien am Strand!?

Juli 19, 2013

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Für jemanden der nicht in Australien lebt, klingt dies sicher komisch, aber hier gibt es sogar einige Arten, die sich gerne in Strandnähe aufhalten. Einer dieser Arten ist der kleine und besonders schön gefärbte Feinsittich (Neophema chrysostoma). Jeden Winter ziehen Feinsittichtrupps auf Nahrungssuche an der Küste entlang. Hierbei scheinen die Feinsittich den „Weißen Gänsefuß“ besonders zu mögen. Findet man ein Gebiet in Küstennähe mit einem großen Vorkommen dieser Pflanze, so findet man dort oft auch Feinsittiche. Im Englischen heißt die Pflanze „Fat Hen“ – fette Henne 😉 Die Sittiche sind relativ scheu und es ist nicht einfach sich anzuschleichen, aber mit etwas Ausdauer schafft man es. Da der Gänsefuß sehr wuchert, muss man warten bis ein Feinsittich sich auf einer Spitze niederlässt, da man ansonsten einen sehr unruhigen Hintergrund bekommt. Die Feinsittiche selbst fressen die winzigen Samen des vertrockneten Weißen Gänsefußes.  

Alle neuen Bilder könnt ihr HIER finden.

Feinsittich (Neophema chrysostoma) Blue-winged Parrot

Das erste Bild zeigt ein besonders schön gefärbtes Männchen.

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Nachdem ich einige Portraits machen konnte, versuchte ich mich an Gruppenfotos. Das klingt einfacher als es ist, denn die Vogel müssen auf der gleichen Pflanze sitzen und auf einer Schärfe-Ebene sein. Zudem sollten sie möglichst alle Augenkontakt zu mir haben.

Zuerst gelang es mir zwei Feinsittiche auf der Spitze eines vertrockneten Gänsefußes zu fotografieren.

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Danach sah ich, dass einige Feinsittiche auf einer Pflanze gelandet waren. Nachdem ich mich vorsichtig angeschlichen hatte, konnte ich endlich das Gruppenbild machen, welches ich mir vorgestellt hatte. Um genug Tiefenschärfe zu bekommen, habe ich auf F 13 abgeblendet.

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Ich habe mich entschlossen etwas über den weichen Hintergrund in meinen zu schreiben, da ich fast täglich gefragt werde wie so etwas möglich sei. Zudem sehe ich in vielen Internetforen den Trend, dass Leute ihre Hintergründe in Photoshop austauschen. Ich bin kein großer Fan von solch einem Vorgehen und wollte zeigen, wie einfach es sein kann einen schönen Hintergrund zu bekommen. Ich bin der Meinung das ein Foto beim Fotografieren entstehen sollte und nicht in Photoshop. Das soll nicht heißen, dass ich gegen das Bearbeiten von Bildern in Photoshop bin, ganz im Gegenteil. Das Stempeln von ungewollten Bildelementen gehört auch zu meinem Workflow, jedoch geht für mich das Austauschen des gesamten Hintergrundes meist zu weit. Mir persönlich sagt es nicht zu, wenn in Photoshop eine Szene nachträglich völlig verändert wird, da ein völlig anderer Hintergrund eingebaut wird. Man muss ein gesundes Mittelmaß zwischen den Möglichkeiten die Photoshop einem offeriert und der Originalität der Szene finden.  Mein Ziel ist es perfekte Fotos „machen/schließen“ und nicht in Photoshop kreieren.

Ein perfektes Fotos ist ein Bild, an dem ich fast nichts nachzubearbeiten hatte. Das schafft man nicht immer, aber es sollte das Ziel sein.

Nun aber die Frage aller Fragen, kann diese olle Mauer ein schöner Hintergrund sein?

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Kann man in diesem Tristen Streifen neben dem Haus ein Bild mit aufgelöstem Hintergrund schießen?

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Könnte selbst dieser Lattenzaun zu einem schönen Hintergrund verschwimmen?

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Die Antwort ist relativ einfach. Ja, sie können!

Das nachstehende Bild zeigt einen schnell zusammengebastelten Ansitz, bei dem ich die Ziegelwand des Nachbarhauses als Hintergrund verwendet habe.

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Wer hätte gedacht, dass die Mauer solch einen schicken Hintergrund abgibt? Entstanden sind die Aufnahmen nicht entweder bei Blende 4, sondern bei Blende 11.

Damit auch keiner sagen kann, dass ich schummle, hier das Making Of.

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Da man in dem Bild auch den Lattenzaun sehen kann, kommt nachfolgend jetzt ein Foto mit diesem als Hintergrund.

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Wie man sehen kann, ist es etwas schwerer die vertikalen Latten aufzulösen, aber es geht. Hätte ich statt Blende 11, Blende 5.6 verwendet wäre es noch besser aufgelöst. Zudem hätte ich die Kameraposition etwas verändern können, um ein noch aufgelösteres Ergebnis zu bekommen. Wenn ich in der Natur unterwegs bin, nimmt die Suche nach einem guten Hintergrund und einer geeigneten Stelle für meine Bilder einen großen Teil meiner Zeit in Anspruch.

Nun aber zurück zu den Hintergründen. Beim nachfolgenden Bild, ist das silber-graue Gartentor der Hintergrund!

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Und hier das Making Of.

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Und zum Schluss, wie wäre es mit etwas Grün!?

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Was hab ich wohl diesmal as Hintergrund verwendet?

Richtig, das wuchernde Unkraut im Beet. 🙂

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Dies sind nur ein paar kurze Beispiele, um zu zeigen, wie einfach es sein kann einen schönen Hintergrund selbst in einem kleinen Garten zu erreichen. Das wichtigste bei der Auswahl für einen Hintergrund ist, dass man sich schon vorher vorstellen kann, was vielleicht geeignet wäre. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die richtige Kameraposition und der Abstand vom Ansitz bis zum Hintergrund. Wenn ich selbst in einem kleinen Garten in kürzester Zeit 4 schöne Hintergründe finden kann, wie endlos sind dann erst die Möglichkeiten in der Natur…

ich hoffe dieser Blogeintrag gibt einen Anreiz es das nächste Mal noch etwas mehr zu probieren einen schönen Hintergrund zu finden, anstatt einen in Photoshop zu basteln.

Oft sind es nur ein paar Schritte nach rechts oder links, die zwischen einem langweiligen oder unruhigen Hintergrund und einem tollen stehen.

Anbei sind zwei Beispiele, die ich vor ein paar Wochen schon ein mal geposted hatte. Mit nur ein paar Schritten nach rechts gelang es mir anstatt dem langweiligen Himmel, einen schönen grünen Berg als Hintergrund zu bekommen.

Natürlich gibt es immer wieder Situationen in denen man einfach nichts machen kann und das Bild etwas mehr Nachbearbeitung erfordert und man vielleicht sogar etwas größeres Wegstempeln muss, jedoch sollte dies nicht die Norm sein.

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Hier nun das Bild von etwas weiter rechts aufgenommen.

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Ich hoffe dieser Blogeintrag zeigt, dass weiche Hintergründe durchaus schon beim Fotografieren entstehen können und kein Photoshop-Produkt sind.